Im Detail

Beryll


Steckbrief:

Name: Beryll
Andere Namen: /
Mineralklasse: Cyclosilikate
Chemische Formel: Be3Al2Si6O18
Chemische Elemente:
Ähnliche Minerale: Apatit, Chrysoberyll, Turmalin
Farbe: multifarben, u.a. rot, gelb, blau, grün, weiß
Glanz: Glasglanz bis Fettglanz
Kristallstruktur: hexagonal
Massendichte: ca. 2,7
Magnetismus: ?
Mohshärte: 7,5 - 8
Strichfarbe: weiß
Transparenz: durchsichtig
Verwendung: Schmuck- und Edelstein

Allgemeines zum Beryll:

Beryll beschreibt ein Gestein innerhalb der Ringsilikate, das durch seine Struktur hexagonaler Kristalle unverkennbar ist und je nach chemischer Zusammensetzung in vielen unterschiedlichen Farben erscheinen kann. Gewöhnlicher Beryll entsteht hydrothermal oder aus Magma und weist meist eine grünliche, weißliche oder gelbe Farbe auf. Die begehrteste Varietät ist der Smaragd, dessen leuchtend tiefgrüne Farbe auf das im Gestein enthaltene Chrom zurückzuführen ist. Farblose und transparente Arten werden unter dem Begriff Goshenit zusammengefasst, durchscheinende hell- bis leuchtend tiefblaue Varietäten sind unter dem Namen Aquamarin bekannt. Der Beryll kann zudem in tiefem Himbeerrot, in transparenten Goldtönen und in zartem Rosa als sogenannter Morganit erscheinen. Alle Varietäten innerhalb der Berylle haben eine hohe Druck-, Licht- und Wärmeempfindlichkeit gemeinsam. Schon geringe Beleuchtung in Schaufenstern sowie Einwirkung von UV-Licht führen zu großen Farbveränderungen beziehungsweise Farbverlusten. Gleichzeitig sind alle Berylle nahezu allen Säuren gegenüber äußerst unempfindlich.
Der Name Beryll stammt aus dem Lateinischen und war im Mittelalter als Bezeichnung für sämtliche klaren Kristalle gebräuchlich. Von Beryll stammt das deutsche Wort Brille ab, da die ersten optischen Seehilfen aus klaren Kristallen geschliffen wurde.

Vorkommen und Fundorte:

Beryll ist als weit verbreitetes Mineral in fast Ländern der Welt anzutreffen und wird hauptsächlich in sauren Intrusivgesteinen, aber auch in Graniten und anderen Gesteinsarten gebildet. Weltweit sind weit über 2400 Fundorte gelistet, wobei die wirtschaftlich bedeutsamsten Förderstätten in den Vereinigten Staaten liegen. Besonders in Maine, South Dakota und Connecticut befinden sich riesige Lagerstätten, in denen oft Kristallsäulen mit weit über einem Meter Durchmesser und mehreren Metern Länge sichergestellt werden. Der bis heute größte Fund stammt allerdings aus Madagaskar und weist eine Länge von über achtzehn Metern sowie ein Gewicht von 380 Tonnen auf. Darüber hinaus werden große Kristalle auch in Südafrika, Russland, China, Spanien und Norwegen gefunden. Oft ist Beryll mit Begleitmineralien wie Feldspäten, Quarz, Glimmer, Topas, Muskovit, Lithiophylilit oder Tantalit vergesellschaftet. Die hochbegehrten Smaragde aus Kolumbien stammen aus Muzo und werden hauptsächlich in Schiefern und Kalksteinen in Vergesellschaftung mit Quarz, Pyrit und Calcit gefunden.

Geschichte und Verwendung:

Die mit Abstand bedeutendste Rolle spielt der Beryll als leuchtend grüner Smaragd, der bereits von den Menschen im 13. vorchristlichen Jahrhundert abgebaut und als kostbarer Schmuckstein verwendet wurde. Eine wahre Blütezeit erlebte der Smaragd im Alten Ägypten. In Südamerika, wo die wertvollsten Exemplare des Smaragds gefördert werden, stellte dieser Edelstein schon in der präkolumbianischen Zeit ein wichtiges Handelsgut dar. In der Schmuckherstellung spielen bis heute nicht nur Smaragde, sondern auch andersfarbige Berylle, insbesondere rote und rosafarbene, honiggelbe und blaue Varietäten eine wichtige Rolle. Auch in der Fertigung kostbarer Statuen und Statuetten kommen Berylle bis heute zum Einsatz. Als Quelle für Beryllium, das nach Lithium zweitleichteste Metall kommt dem Mineral in der Raumfahrttechnik, im Flugzeugbau und in der Reaktortechnik eine besondere Bedeutung zu. Dies ist auf die Eigenschaft des Berylliums, mit Aluminium und Magnesium stabile und gleichzeitig äußerst leichte Legierungen zu bilden, zurückzuführen.


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